Orangework-Gründer Stephan Schmidt über seinen Weg zum Wohnmobilbau    
"Ich war 13 Jahre alt, als ich mich ins mobile Wohnen verliebte. Wir waren mit dem Wohnmobil der Nachbarn auf Urlaubstour. Einen Kilometer vor unserem Zuhause überredete ich meine Eltern, noch ein letztes Mal im Wohnmobil zu Mittag zu essen. Ich wollte es bis zur letzten Minute auskosten. Mir war klar: Wenn ich groß bin, muss ich so etwas haben.
 
Als ich 18 Jahre alt wurde, gab es anstelle des altersüblichen VW Golf einen Hanomag AL 28 mit rudimentärer Innenausstattung. Zwei Jahre ritt ich damit über Stock und Stein. Nach dem Abi und vor dem geplanten Studium der Sozialpädagogik flog ich nach Südamerika. Es sollte meine letzte Flugreise bleiben. Denn als Andenken an Mexiko brachte ich einen Hund mit: Paddy, die mir bis heute die Treue hält, aber Flugzeuge hasst. Also musste ein Wohnmobil her Allrad, natürlich.
 
In einem Buch las ich über Wagenaufbauten aus Holz. Das gefiel mir besser als die üblichen Blechcontainer. Ich beschloss also, mir selbst einen Koffer aus Holz zu bauen. Ein altes Feuerwehrauto sollte meinen Traum wahr werden lassen: ein Magirus Deutz Merkur 125.
Ich mietete mich in die Scheune eines Bauern ein, lieh mir Werkzeug bei meinen Nachbarn und Bekannten und schmiedete einen todsicheren Plan für mein erstes Bauprojekt.
 
Mein Zeitmanagement war allerdings noch nicht so ausgefeilt wie heute. Und auch das Geld wurde immer wieder knapp und zwang mich zu weiteren Ausflügen in den Messebau. Und als ich endlich, endlich fertig war, klopfte Vater Staat an die Scheunentür: Zivildienst.